Der; Subst. mask.

Motivation

27.02.2021
Lesezeit: ~2 Minuten (539 Wörter)

Ich bin Jens, lebe und arbeite mit meiner Freundin in Mainz. Ex-Philosoph, technikaffin, Psychonaut, Veganer.

Zum ersten Mal in Kontakt mit dem Problem der Massentierhaltung kam ich vor 26 Jahren in der Schule durch eine Dokumentation, die ein Lehrer in einer Vertretungsstunde abspielte. Wie damals üblich verschwand das Thema wieder aus meinem Bewusstsein, von flüchtigen Bestürzungen abgesehen, die einen bei Bildern von zahllosen getöteten Robben, verendeten Delfinen und von Schlachttransporten überkommen. Eine Ausbildung, ein nachgeholtes Abi, ein abgebrochenes Studium mit einhergehender miserabler Ernährung später kam ein YouTube-Video von Gary Yourofsky dazu. Das war der Auslöser praktisch von heute auf morgen keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren.

Das ist jetzt über vier Jahre her. Anfänglich spielte vor allem das Mitleid mit den Tieren die Hauptrolle, die Auseinandersetzung mit der Ernährung und den verheerenden Wirkungen der Massentierhaltung auf unsere Umwelt kam später. Es ist also noch kein Veganer vom Himmel gefallen – was bei mir 26 Jahre dauerte zu reifen, passiert beim einen früher, beim anderen später, beim nächsten nie. Doch es gibt keine Alternative, wenn uns unsere Gesundheit, unsere Umwelt und die Tiere am Herzen liegen. Nicht zuletzt soll auch die Menschheit bewahrt werden, indem wir den drohenden Ökokollaps abwenden – dazu leistet Veganismus einen sehr großen Beitrag – laut WHO werden ~18% der globalen Emissionen in CO2-Äquivalent von der Tierhaltung verursacht [Steinfeld et al. 2006].

Und glaube mir, wenn ich es kann, dann kann es jeder. Es ist geradezu lächerlich einfach - man greift im Supermarkt einfach ein paar Zentimeter weiter zu einem anderen Produkt, hält ein paar hitzige Diskussionen aus und traut sich, etwas seltsam zu sein. Man bekommt dafür aber viel: das Gefühl, wieder mehr Kontrolle über das eigene Leben zu haben und einen wichtigen Beitrag zu leisten. Und als Bonus lösen sich viele kleine über Jahre angehäufte Zipperlein in Luft auf. Viele wundersame Veränderungen treten plötzlich ein. Wir verändern unsere Einstellung dem Leben, der Arbeit und unseren Mitmenschen gegenüber und allerhand mehr.

Wir sollten Verständnis aufbringen für diejenigen, die ihre Augen noch verschließen. Schließlich ist Verdrängung machtvoll und wer möchte schon freiwillig das „gute“ Leben aufgeben? Wir sind es gewohnt, Bekanntes und Bewährtes fraglos zu reproduzieren und verteidigen notfalls unseren Lebensstil auch mit irrationalen Mitteln. Was auffällt: die Gegenargumente sind immer dieselben und ich werte das als Indiz dafür, dass wir durch ständiges Repetitieren der immergleichen Nachrichten in Medien die fremden Meinungen zu unseren eigenen machen – und auch ich habe vor meiner Umstellung ebendiese gleichen Argumente formuliert.

Ich möchte auf dieser Seite auf häufig vorgetragene Gegenargumente eingehen und sie nicht nur mit Fakten entkräften, sondern auch durch das Abbilden vorführen, wie stark der Einzelne Fremdgedanken reproduziert und sich zu eigen macht. Vielleicht müssen wir unsere Standpunkte nicht mehr so stark verteidigen, wenn wir sehen, dass sie in Wahrheit nicht unsere eigenen sind.

Daher freue ich mich, dass du hier bist. Ich hoffe, du kannst etwas Interessantes zum Thema finden und vielleicht kann diese Seite etwas zu deinem und unserem Wandel beitragen. Dein Körper, dein Geist, unsere Umwelt und damit nachfolgende Generationen und die Milliarden Tiere, die jährlich sinnlos abgeschlachtet werden, werden es dir danken. Ich danke dir.

Diese Seite soll eine weitere Stimme sein für unsere ungehörten, nicht sprachlosen, Mitgeschöpfe. Ein kleiner Akt des Mitgefühls.